Es gab Zeiten, da waren alle Adler vergiftet und erschossen.

Sechzehn lange Jahre
für diese eine, vollkommene Kulisse in Portree.

Es ist beinahe unglaublich: Frank Heumann war gerade einmal 18 Jahre alt, als er zum ersten Mal die Isle of Skye und Schottland bereiste — damals mit einem Angebot der Deutschen Bundesbahn, einer Canon AE-1 und zwei Objektiven im Gepäck.

Seit diesen frühen Reisen hat sich vieles verändert. Ab den 2000er-Jahren kehrte Frank Heumann immer wieder auf die Isle of Skye zurück — manche Jahre führten ihn sogar mehrfach dorthin. Insgesamt kamen so rund 100 Adler-Sessions (mit dem white-tailed sea-eagle) zusammen, möglich gemacht gemeinsam mit Dan Corrigal von Stardust. An diesem besonderen Tag stand Steve Ruff als Skipper am Steuer.

Freya on the Isle of Skye: Frank Heumann
Die Seeadler waren in Schottland einst vollständig verschwunden. Dank eines intensiven Wiederansiedlungsprogramms sind heute wieder außergewöhnliche Begegnungen mit diesen majestätischen Vögeln möglich — Beobachtungen, die lange Zeit undenkbar schienen.

Schottland. Innere Hebriden. Der Sound of Raasay.

Morgennebel, von der Sonne langsam aufgelöst. Ideal.

Canon 1DX with Canon’s 70–200 lens. Compact and fast.

200 mm, f/4, 1/5.000,
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In Portree liegt Stardust — ein Unternehmen, von dem aus mehrmals täglich verschiedene Boote aufs Meer hinausfahren, um Menschen zu außergewöhnlichen Wildtierbeobachtungen zu bringen. Frage nach Dan Corrigal!

Heute richten Jung und Alt ihren Blick auf die kleinen technischen Geräte, die ihre Aufmerksamkeit vollständig verschlingen. Weist man dann auf eine freie Stelle am Himmel hin, nennt eine Tageszeit, eine besondere Wolkenformation oder sogar eine Klippe mit markanten Merkmalen, kann die Hälfte der Menschen sie kaum noch erkennen.
Erst wenn der Flügelschlag des Adlers hörbar wird, bemerken auch die Nachzügler, was geschieht — während die ersten Beobachter ihr langgezogenes „Ah“ längst in die Weite geschickt haben.
Die Welt verändert sich. Ältere Menschen sehen oft früher, nehmen aufmerksamer wahr und scheinen noch besser darin zu sein, den Blick vom Gerät zu lösen und der Wirklichkeit selbst zu folgen.

Oft nehmen wir uns etwas Zeit und fahren mit den Skippern hinaus, einfach nur, um zu beobachten. Für Besucher und Touristen fahren die Boote alle zwei bis drei Stunden zu den Futterplätzen. Und ja: Schon aus mehreren Kilometern Entfernung zeigen sie dem Vogel, was auf ihn wartet.
Skipper Steve Ruff erzählte uns, dass Freye, ein Seeadler, besonders gut auf Scholle reagiert. In unseren Szenen zeigte Steve dem Vogel den Fisch aus großer Entfernung. Nach dem Wurf — und hier muss natürlich auch der Hunger seine Rolle spielen — verlässt der Vogel seinen Sitzplatz oder sein Nest.

Freya vor den rauen, zerklüfteten Hängen des wilden Trotternish.
Ein Fünftausendstel einer Sekunde?

Neben uns standen zwei bestens ausgerüsteten Natur-Fotografen mit gewaltigen Teleobjektiven. Doch selbst das half nicht: Bei dieser enormen Anfluggeschwindigkeit füllt der Vogel den Bildausschnitt in Sekundenbruchteilen. Wer ihn dann einmal im Sucher verliert, hat den Moment verloren.

Genau das haben wir erlebt. Neben uns standen zwei zweifellos exzellente Fotografen mit 1200-Millimeter-Brennweiten — und sie hatten keine Chance. Nicht die geringste. Ein kleines Mädchen hielt uns ihr Smartphone hin und zeigte uns eine geradezu berauschende Aufnahme.
So ist Fotografie: Entweder trifft einen das Glück. Oder man ist so gut vorbereitet, dass man den Moment halten kann, wenn er endlich kommt. Jahre können vergehen, bis dieser eine absolute Schuss im Kasten ist.

Auch dieses Bild gehörte zu jener Serie, die bei National Geographic einen der Top-Plätze der Woche erreichte.

Solange ich lebe, werde ich weiter versuchen, den Adlern wieder zu begegnen — und vielleicht den einen oder anderen Schuss an Dan Corrigal weiterzugeben, damit er eine Symbiose zwischen Tourismus und Wildnis schaffen kann.
Denn das Leben eines Adlers ist nicht leicht. Auch wenn nach ihrem Aussterben inzwischen wieder viele Hundert Paare in Schottland heimisch sind, werden sie noch immer vergiftet, geschossen, rauen Wetterbedingungen ausgesetzt — und oft genug schlicht dem Pech.
Deshalb freuen wir uns jedes Mal, wenn möglichst viele dieser Vögel es schaffen.

Ja, auch diese Vögel jagen. Natürlich zieht es Steinadler zu jungen Lämmern. Natürlich folgen sie dem, was in ihrer Natur liegt.
Nur wir Menschen — oder viele von uns — verstehen nicht, dass wir es sind, die in ihren Rückzugsraum eingedrungen sind.

Als Freya sich dreht, gibt sie den Blick auf ihre Beute frei.

Vor etwa einem Jahrhundert war der Seeadler in Schottland (White-tailed sea-eagle) ausgestorben. Verfolgung, Abschuss und das Sammeln seiner Eier hatten Großbritanniens größten Greifvogel ausgelöscht.
1975 begann auf der Isle of Rum ein mutiges Wiederansiedlungsprogramm. Junge Adler aus Norwegen wurden freigelassen, später folgten weitere Auswilderungen in Wester Ross und Fife. Von dort aus eroberte sich die Art langsam die Westküste zurück.
Rund um Skye und Portree sind Sichtungen heute wieder möglich — für Fotografen, Besucher und Einheimische: über Klippen, Meeresbuchten und Fischerbooten. Heute steht der Seeadler für erfolgreichen Naturschutz — für eine majestätische Rückkehr, geprägt von Geduld, Schutz und regionaler Akzeptanz.

Hier geht es zurück zur Titelseite: www.frank-heumann.de/

Interessanter Link in Portree: Aros Center Portree

Flügelspannweite des Seeadlers:
bis zu rund 2,4 Meter.

Die passende Ausrüstung — bereit für den entscheidenden Augenblick.

Sechzehn Jahre für die Aufnahme,
auf die alles hingearbeitet hat.

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